Tom's private Kinderhilfe

-einige Impressionen von der Halbinsel Samaná, von 2003-2015

- letzte Überarbeitung: 14. Dezember 2017  neueste Informationen sind ganz unten -

Jetzt sind es schon mehr als 12 Jahre, seit mich Fidel Castro nicht mehr auf  seine Zuckerinsel reinlassen wollte und ich seitdem einen Teil meiner "Urlaubstage" auf der Nachbarinsel Hispaniola, der zweitgrössten Insel der grossen Antillen, verbringe... Am Anfang war wirklich nur Urlaub geplant aber ich mag einfach keine All Inkusive Hotels und ziehe immer den direkten Kontakt zur ganz normalen Bevölkerung vor... Ein Berliner, der seit vielen Jahren mit einer Dominikanerin verheiratet ist, hatte einmal in einem InternetForum für Globetrotter eine Anzeige stehen: ...Wer einmal so richtig bei einer dominikanischen Familie Urlaub machen möchte... in einem kleinen Zimmerchen am Stadtrand von Sánchez an der Bucht von Samaná... Aber ich bin trotzdem nochmal nach Kuba aufgebrochen, natürlich jetzt mit dem Gedanken, wenn's schlecht läuft, geht's eben auf die Nachbarinsel. Es lief schlecht.! Drei Tage und drei Nächte habe ich auf dem Flughafen von La Habana mit den Zöllnern Skat gekloppt bei Cucalambé und Salsa und am vierten Tag haben sie mich in einen kleinen russischen Flieger gesetzt und nach Puerto Plata befördert. Inzwischen hat Señora Anderson aus Sánchez ein Taxi organisiert und ist mit 8 Kindern zum Flughafen gekommen um mich abzuholen. Das Kleinste hatte ein viel zu grosses Schild um den Hals mit meinem Namen drauf...

Hier sind die ersten Impressionen von 2003:

Señora Anderson in Sánchez hat ein vergammeltes Moped von Ihrem Verflossenen geerbt. Nach drei Tagen habe ich es wieder in die Gänge gebracht. Nicht ohne Mithilfe der Nachbarsjungen aus dem Barrio Play

los aprendices = die Lehrjungs

 

 

Das Mopped war ziemlich alt und andauernd gab was den Geist auf. Aber dann ging die Kiste und auf ging's in die Berge der Halbinsel...

la goma trasera = der Hinterreifen

Juana Vicenta, das höchstgelegene Dorf auf der Halbinsel. Am Colmado fand ich ein paar Halbwüchsige als Urwaldführer. Hier geht's zu den verborgenen Wasserfällen oberhalb des Río El Limón.

las guias = die Führer

 

Élvido, der kleine Bruder von einem der Guias (Mitte) hatte einen Fahrradunfall. Ich habe ihn in einer Hängematte mit schwer entzündeten Wunden gefunden und gleich ins Hospital gebracht. (Sepsis- wer sich auskennt, weiss von was ich spreche) Hier holen wir ihn grad' wieder zurück.

 el motoconcho = das Mopedtaxi

 

Abends muss ich immer zurück nach Sánchez. Aber es schütt' seit Tagen in Strömen und ich habe keinen Bock auf Mopped. Ich sitze unter'm Vordach bei der Oma Anderson und beobachte die lustigen und klatschnassen Nachbarskinder.

es regnet in Strömen = está lloviendo a cántaros

Die Kids in den Bergen fahren gerne rasant die Piste runter, aber keiner hat ne Bremse... Damit das Elend nicht wieder passiert, bauen wir neue Bremsen dran...

no importa! freno con las piernas = "scheissegal! ich bremse mit den Füssen"...

Mit den Jungs aus Juana Vicenta ging's 3 Tage und zwei Nächte auf Abenteuertour durch den Dschungel. Aber es gab stets frische Flusskrebse! Nicht ohne Hintergrund. Das ist nämlich ein bewährter Zuverdienst für Élvido und seine Freunde aus dem Dorf.

 los camarones muerden = die Krebse beissen

 

Die verborgenen Wasserfälle oberhalb vom Río El Limón waren unser Badezimmer. Aber meinen Begleitern war es einfach zu kalt....

las cascadas frías = die kalten Wasserfälle

Abschied in Juana Vicenta. Élvido, mein "Unfallkind" will am Liebsten mitkommen...

Toma, viene atravez ahorita = komm schnell wieder!

 

Januar bis Februar 2004: Meine 2. Reise auf die Halbinsel Samaná:

Marco, der kleine Bruder von Élvido und Braulio hat mich zuerst entdeckt. Die Hütte, die der Wirbelsturm "Jeanne" ziemlich zugerichtet hatte, ist wieder bissel zusammen-geflickt worden. Ein paar alte Zuckersäcke sollen den hier oben mitunter recht kalt blasenden Atlantikwind abhalten...

la llegada = die Ankunft

Die Castillos haben haben schon 7 Waisenkinder neben ihren eigenen aufgezogen. Jetzt sind sie selber fast obdachlos. Das darf nicht sein! Bitte helft ein bisschen mit!

ayudanos ! = hilf' uns !

Nach einem ganzen Jahr gibt's viel zu erzählen und Bilder zu schauen.

que tiempo = soviel Zeit ist es her

Im alten Hafen von Sánchez (la Plasoleta) leben etliche (AIDS) Waisenkinder, die sich vom Sammeln leerer Bierflaschen über Wasser halten. Das sind von links: Andi, Benny, Andrin & Bartolomä. 

los niños huérfanos = die Waisenkinder

 

Andrin (links) ist im vermüllten Hafenbecken in eine kaputte Flasche getreten. Nur gut, dass der Gringo aus Alemania immer was zum Verbinden im Rucksack hat...

 el vendaje provisional = der Notverband

Andi's Opa Severino hat ein klapperiges Guagua mit dem er den Lebensunterhalt für seine zwei kleinen Enkel verdienen muss. Opa Severino ist alt und krank, aber es gibt keine Versicherung... Oft habe ich ihn als Fahrer angeheuert, selbstverständlich für einen ordentlichen Lohn! Hier ein Ausflug mit den Waisenkindern aus dem alten Hafen in Sánchez in das Naturbad La Fuente (die Quelle) bei Sánchez.

un guagua víejo = eine alte Karre

 

März bis Mai 2005: Meine 3. Reise auf die Halbinsel Samaná:

Joa hat heute Waschtag. Im letzten Jahr habe ich mit Jeromé, dem Nachbarsjungen die Wasserleitung repariert. Dieses Jahr war der Hahn wieder weg. War bestimmt das Geld alle und nichts zu beissen da...

la lavadora quapa = die schöne Wäscherin

 

Andi kann manchmal ein kleiner Deifel sein. Eifersüchtig versucht er mich vor seinen Kameraden abzuschirmen und immer will er den hinteren Platz auf dem Moped besetzen...

los celos = die Eifersucht

Schon früh am Morgen kommt der Junge und will überall mit. Geht halt nicht immer: na dann gibts halt nen traurigen Blick...

 un visto triste = ein trauriger Blick

 

März bis Mai 2006: Meine 4. Reise auf die Halbinsel Samaná:

Meine Freunde aus dem alten Hafen in Sánchez. Die drei "Grossen" sind Carlos, Andi und Andrin

mis amiguitos han descubiertome desde lejano = meine Freunde haben mich schon von Weitem entdeckt...

Andi's Opa Severino ist ein begnadeter Harmonikaspieler, aber er hatte noch nie ein eigenes Instrument. Die Honer Erika habe ich im eBay ersteigert und über eine abenteuerliche Durchsuchung beim Zoll in Puerto Plata zu ihm gebracht. Er hat sie nur in die Hand genommen, die Augen geschlossen und gespielt...

un musicante fantastico = ein fantastischer Musikant

 

Carlos (links) hat ein Problem wegen seiner fehlenden Schuluniform. Ich spreche bei der Klassenleiterin vor und "muss" gleich dableiben und eine Englischstunde geben...

todos los alumnos están curioso = alle Schüler sind neugierig...

Aber dann ist Semana Santa (die heilige Woche vor Ostern) und wieder gehts mit der ganzen Bande a La Fuente, das beliebte Naturbad aller Kids aus Sánchez. Natürlich habe ich wieder im Restaurante oberhalb vorbestellt...

...Ay díos conjo! El Alemán loco con sus muchos niños está aqui otra vez! = Hilfe, der verrückte Deutsche mit den vielen Kindern ist wieder da...

Familienrat: Andrin (neben mir) hat es sehr schwer. Er ist oft traurig und niedergeschlagen. Er vermisst seine Mama sehr. (gest. 2004, AIDS)

...No te vaya Tomas, o llavame a tu casa en Alemania = geh' nicht fort, Thomas, oder nimm mich mit...

Mit dem Guagua gehts mit den drei "Grossen" nach Las Terrenas a la playa. Aber statt Strand und Wellen gibts nur eines: Camarones = kleine Krabben, die sich in Strandnähe in den Sand einwühlen. Die Jungs waren immer einen halben Kilometer vorneweg auf Pirsch und der Tom, beladen mit allen Klamotten, Proviant und den zappelnden Viechern in der Plastiktüte wie ein störrischer Esel hinterdrein...

el burro víejo = der alte Esel

 

In Juana Vicenta hat sich nur wenig geändert. Der Traum vom neuen Zuhause ist geplatzt. Élvido hat sich schwer am Knie verletzt. Die Operation hat alles Ersparte und auch den ersten Zuschuss vom Tom (der für das neue Haus geplant war) aufgefressen.

un dormitorio viento = ein windiges Schlafzimmer

 

Auch die Küche ist selbst für sehr arme Leute nur noch eine Zumutung...

la cocina está fría = Küche kalt...

...Aber es gibt einen Lichtblick:

Elvira hat endlich, nach einem alten Vorschlag vom Tom, oben an der Hauptstrasse in Juana Vicenta, eine wackelige Bude gemietet und einen bescheidenen Pica Pollo = Brathuhnbude aufgemacht!

por ver la tele no hay tiempo = zum Fernsehngucken ist keine Zeit...

 

Februar 2007: Ich konnte lange nicht rüber gehen, aber Gott sei' Dank meiner Handy-Lieferung von 2006 habe ich immernoch Kontakt zu den Kindern nach Sánchez. Die Oma vom Andi und vom Andrin ist sehr zuverlässig. Die Meisten Kinder bekommen inzwischen in der Schule ein Frühstück mit einem viertel Liter Milch und einem Brötchen, sofern sie in die Schule reinkommen. Schuluniformpflicht ist nach wie vor. Also, dass heisst, ohne Uniform kein Eintritt.

August 2007: Mitten in der Nacht geht mein Telefon. Mein kleiner Führer Elvido aus Juana Vicenta ist dran. Ich kann nicht viel verstehen. Der Junge weint nur noch. Ich reime mir zusammen, dass die Mutter Elvira gestorben ist. AIDS. Seit dem kein Kontakt mehr. Ich mache mir grosse Sorgen.

September 2007: Habe einen Bekannten, der auf der Halbinsel lebt, animieren können, nach meinen Freunden in Juana Vicenta zu sehen. Er hat niemanden finden können.

Oktober 2007: Ein Deutscher, der schon seit mehr als 10 Jahren in Indien lebt, betreibt ausserhalb von Mumbai (Bombay) eine sich selbst tragende Hilfe für obdachlose Kinder und Jugendliche mittels Landwirtschaft und kleiner KFZ-Werkstatt. Ich werde ihn von Mitte November bis Mitte Dezember besuchen und hoffe, viele Anregungen für meine Kids in Sánchez mitzunehmen. Denn in 2 oder 3 Jahren, wenn ich mein grosses Sportklamottenlager verkauft habe, möchte ich für ein paar Jahre rüber gehen und zusammen mit ihnen was ähnliches unternehmen.

Dezember 2007: Bin grad' aus Indien zurück. Es ist schief gelaufen. Habe die Werkstatt in Mumbai nicht gefunden. Aber etliche Kinder, die sich dem grossen Heer der indischen Wanderarbeiter angeschlossen haben um zu überleben:

Das sind Djandan (5) und Bhiki (7) aus Bihar. Sie hatten Glück. Ich fand sie im Gefolge einer Truppe von Wanderarbeitern in der Stadt Gokarna in Südwestindien.

 

In diesem Verschlag schlafen 5 Erwachsene mit den unterwegs im Hafenslum von Bombay aufgenommenen 3 Kindern für ein halbes Jahr.

 

Im nächsten Sommer wollen sie in Ihre Dörfer in den Nordosten zurück. Ein weiter Weg quer durch dieses grosse Land. Sofern ich kann, werde ich sie im nächsten Winter besuchen.

 

 

Januar bis Februar 2008: Meine 5. Reise auf die Halbinsel Samaná:

Schwere Anreise mit Rucksack und Köfferchen über die Bucht von Samaná auf der "Fähre" nach Santa Barbara bei steifer Ostbriese...

...unas de las pasageras fueron mal = einigen der mitreisenden Damen ging es schlecht...

vomitarse = sich übergeben...

 

Ankunft in Sánchez.

Andi und Andrin, die beiden "Grossen" weichen nicht mehr von meiner Seite.

...Pero ahora vives aqui por siempre! Hemos echado de menoste tanto! = Jetzt bleibst du aber für immer hier!, wir haben Dich so vermisst...

Gleich am ersten Tag werden wir bei Dauerregen in den Dschungel in ein Dorf am Unterlauf des Anyuna entführt. La Fiesta de Altagarcía - ein Fest zu Ehren einer Schutzheiligen der Campesinos.

...las botas bailando en fango = die Stiefel tanzen im Schlamm...

Die Anlegestelle der "Disco"-Boote aus Sánchez und aus Nagua.

Wer nicht trittsicher ist, setzt seinen Verehrtesten in den weichen Schlamm...

...trecientos dominicanos y dos gringos = 300 Dominikaner und zwei Weisse...

Qué fiesta!

Opa Severino spielt 3 Tage und 3 Nächte ohne Pause. Die Hohner "Erika" aus Alemania muss jetzt richtig ran...

...und sichert Andi und Andrin's Existenz!

...parecido una máquina de cash = wie eine Geldmaschine...

 

Andrin (12) führt uns in der Dämmerung sicher zurück nach Sánchez. Es wird immer deutlicher: Andrin wird ein Fischer, ein Fischer mit Herz!

...un pescador con corazón entiende la léngua de los pezes = ein Fischer mit Herz versteht die Sprache der Fische...

Kindergeburtstag im alten Hafen. Andrin's 12.

...el mejor estaba el biscoche = das Beste war die zuckersüsse Torte...

Und Andi hat zum 15. ein nagelneues Mopped vom Tom bekommen. Sozusagen als Start für seine Laufbahn als Chauffeur.

...de los motoconchos viviendo la mitad de Sánchez = die halbe Stadt Sánchez lebt von den Motorradtaxifahrern...

Das ist Michél, unser "Neuer" (9). Ich hatte ihn schon in vergangenen Jahren getroffen aber jetzt ist auch er ein Vollwaise...

...esa enfermedad de la sangre también = auch diese Blutkrankheit...

 

Sommer 2008: Ich rufe alle 4 Wochen an, dank meiner Handy-Lieferung vor vier Jahren. Den Jungs in Sánches geht es gut. In Juana Vicenta sieht es sehr schlecht aus. Meine Freundin und Mutter vom Elvido und vom Marco ist im Hospital und die Jungs sind sehr traurig... Sie rechnen mit dem Schlimmsten.

Ich werde wohl meine nächste Reise nach Indien absagen um meinen Freunden in Juana Vicenta mehr helfen zu können. Aber es ist schwierig. Es liegt nicht nur am Geld. Vielleicht kann man die Hütte, in der Elvira ihr Pica Pollo hatte, kaufen und neu aufmachen. Die Jungs haben ja schon viel Erfahrung sammeln können. Und ich kann mich gut an ihre Hoffnung erinnern, die durch ihre neue Aufgabe entstanden war. Aber ohne Elvira, ich weiss es nicht. Ich muss dringend hin!

Februar 2009: Ich habe gerade einen Flieger bekommen, direkt nach Samaná. 5 Km weg von Sánchez. Da laufe ich im Notfall selber in den alten Hafen...

April 2009: Ich bin schon wieder 6 Wochen zurück aber habe noch keine Zeit gefunden, meine neuen Eindrücke rüberzubringen. Verzeiht mir bitte! Es kommt alles in Kürze.

Hier aber vielleicht ein Bild vom Februar bei Marvina, der Garküche in Sánchez:

das sind oben von links: Raver, Rar, Andrin, Marci, unten: Nicól, Angelo, Elton-Lúis und Miguél.

 

Februar und März 2009: Meine 6. Reise auf die Halbinsel Samaná:

Meine gute Fee Mama Rósa, die Oma vom Andi, Andrin und Marci.

...mi perla = meine Perlel

 

 Seit Tagen schon warten die Kids vor Mama Rósa's Colmado.

...un punto de encuentro siempre = der ständige Treffpunkt...

 Jetze isser ja da... Direkt unter mir, das ist Miguél, jetzt unser Kleinster.

...y el chiquito nesecitanos todavía! = und auch der Kleine braucht uns...

Michél hat Sehnsucht nach seiner Familie aber traut sich nicht hin. Er gilt als Ausgestossener. Seine Mama war 'ne Puta. Ich löse ein altes Versprechen ein und chartere ein Boot nach Yuna-Arriba, ein Fischerdorf am Unterlauf vom Río Yuna um ihn zu begleiten.

...la promesa = das Versprechen...

 

 Wir finden eine Grosstante. Sie verspricht mir, dass der Junge einmal im Monat zum "aufpäppeln" kommen darf und Sie erzählt mir, dass sie schon von mir gehört hat und auch davon, dass ich die "verlorenen" Kinder aus dem alten Hafen jedes Jahr besuche. Und sie verspricht mir auch, mein Nesthäkchen Miguél nicht zu vergessen.

...la reunión de familia = das Familientreffen...

Die Fahrt war lang und Andrin holt uns unterwegs frische Kokosnüsse direkt von der Palme..

...el refresco mejor del Caribe = die beste Erfrischung der Karibik...

Auf dem Rückweg ha'm wir uns in den vielen Kanälen im Dickicht vom Río Yuna verirrt.

...aún Andrin, mi pescador chiquito no lo sabe = selbst Andrin, mein kleiner Fischer blickt nicht mehr durch...

 Der alte Motor wollte auch nicht mehr. Aber früher, in der ex-DDR habe ich gelernt, wie man sowas mit 'nem Stein und 'nem Redl-Draht repariert...

...si tenemos una piedra y un alambre, no tenemos miedo = wenn wir einen Stein und einem Draht haben, kennen wir keine Angst...

Dann fanden wir doch noch kurz vor Sonnenuntergang den Weg über die Bucht von Samaná zurück nach Sánchez.

...y Angelo estuvo feliz = und Angelo war glücklich...

Andrin's erste Legehenne. Damit sie auch mal paar Minuten Ruhe hat vor'm Hahn, ha'm wir ihr eine Kameradin dazugekauft. Aber die ist erstmal ausgebüchst und hat das Hafenviertel von Sánchez in Aufregung versetzt... Am letzten Sonntag (23. August 2009) hatte ich Andrin am Telefon: Jetzt hat er schon 15 Hühner...

...parecido un campesino grande = wie ein Grossbauer...

Zum 13. Geburtstag gab's ein neues (aus alten Teilen zusammengeschraubtes) Fahrrad. So wird's gemacht! Carwash im Kanal vom Río Yuna...

...la lavadora de mano  = Handwaschmaschine...

Tom's Investition in Mopped und Kühlbox lohnt sich weil Andi ist ein richtig guter Fischhändler! Und Opa Severino hat eine Sorge weniger...

 ...pero en puerto no hay pescados cada día = aber im Hafen gibts nicht jeden Tag frische Fische...

Und wieder was Neues: Der erste private PC für die Kids im alten Hafen, gestiftet vom Tom.

...todos están curioso = alle sind neugierig...

Unser Kapitan und seine Mutter. Sie kennt noch das alte Sánchez und ist die beste Quelle für meine Neugier über die Geschichte der Stadt.

...el líbro de tradición corriente = das wandelnde Geschichtsbuch...

 

Bei Marvina ist reunión. Eine staatliche Aufklärungs-Kampagne gegen AIDS.

...muy importante aqui = hier sehr wichtig...

Aber ausser Michél, der diese Katastrophe selber kennenlernen musste, flachsen die Anderen nur rum...

...eso es no proma todavía = das ist kein Spass mehr...

 

Mit Bangen bin ich ganz alleine mit dem Mopped vom Andi nach Juana Vicenta gefahren... und finde Elvíra mit einem kleinen Mädchen im Arm...

Bitte unterhalb weiterlesen *

Jetzt nicht mehr das letzte Bild der Familie Castillo...

Gracias Díos! = Gott sei' Dank!

* Elvíra Castillo Green ist gebürtig aus Juana Vicenta, dem höchst gelegenen Dorf auf der bergigen Halbinsel Samaná. Ihre Eltern (die Mutter lebt noch in Santo Domingo und hütet jetzt den kleinen Marco), waren verarmte Landarbeiter und bewirtschafteten einst ein Leben lang mit vielen anderen Landarbeitern eine Hacienda zwischen Rancho Español und Juana Vicenta. Ihr Mann. ein gebürtiger Haitianer starb frühzeitig und am Tag ihrer Entlassung auf das Altenteil (sofern man das so sagen kann), bekam sie ein kleines landwirtschaftliches Grundstück von ihrem Don zugewiesen um ihren Lebensabend zu sichern. Im Jahre 2004, als ich das zweite mal die Halbinsel besucht habe, wollte mir Elvíra dieses Grundstück, sozusagen als Dank für meinen Einsatz bei dem Fahrradunfall von ihrem damals 10-jährigen Élvido, schenken! Ein Jahr später hat mich die Oma, Doña Ariana Manuela, nach Santo Domingo eingeladen, um die Schenkung perfekt zu machen. Ich habe bis heute die Urkunde nicht abgeholt und habe das auch nie vor gehabt. Vielleicht war das gut so, denn die Oma hat jetzt das Land verkauft und den Kaufpreis der Familie von Elvíra übertragen...

Ich freue mich mit meinen Freunden in Juana Vicenta. Der unerwartete Geldsegen hat alle Krankenhauskosten und Medikamente für Elvíra ausgleichen können und die Familie hat jetzt ein bescheidenes, aber viel besseres Häuschen als vorher. Und Élvido, mein kleiner Urwaldführer von damals (siehe oben), schmeisst jetzt mit seinem Bruder Braulio und mit ihrem Vater Santiago, einen neuen PicaPollo, oben, an der Landstrasse... Nur Élvira kann es nicht lassen... Das kleine Mädchen in ihrem Arm, ist wieder ein Waisenkind...

Juni 2009: Andrin hat sich einen alten Nagel in den Fuss eingetreten. und das hat sich g'scheit entzündet. Hift nix, muss aufgeschnitten werden.... Habe 3000 Pesos für die Doc-Rechnung per Western Union geschickt...

August 2009: Andi will aufs Gymnasium! Ich hatte schon vor Jahren Fusseln am Maul um den Jungen für die Schule zu begeistern... War nicht einfach, wenn Oma und Opa Analphabeten sind... jetzt will er unbedingt, obwohl sein "negocito" mit den Fischen ganz gut geht. O.k., eine Chance hat er. Schulbeginn im Liceo oberhalb der Strasse Nr. 5 in Sánchez war am 17. August. Einschreibegebühr + erstes Trimester kostet 3600 Pesos. O.k. Western Union macht's möglich...

November 2009: Laut Telefon vom letzten Sonntag mit Mama Rósa ist in Sánchez alles o.k. Die Kleinen (Miguél und Michél) sind traurig und fragen immerwieder, warum ich denn nicht sofort komme... Andrin hat wiedermal seine Schuluniform versaubeutelt. Er hatte sie ausgeliehen und kaputt zurückbekommen. Die Kinder in Sánchez werden in 4 Vormittags-und Nachmittagsschichten unterrichtet. Aber höchstens die Hälfte der Schüler hat 'ne Schuluniform. Ist aber Pflicht! Also wird verborgt, was geht...

Dezember 13. 2009: Trauer in Sánchez: Andrin's Hühner sind verreckt. Eine Krankheit unter dem Federvieh überall in der Stadt. Andrin ist fertig mit der Welt... Habe eine ganze Stunde am Telefon gebraucht, um dem Jungen wieder ein wenig Zuversicht zu vermitteln. Erst seine Mama und jetzt seine Hühner. Und dann ist ja auch noch "el contrato", der Vertrag mit dem Tom: Ich bin stets auch versucht, die Kids zu einem nachhaltig wirtschaftlichen Denken anzuhalten. Niemand tut das sonst und was soll aus ihnen denn werden, wenn sie einestages für sich selber sorgen müssen? Also haben wir an einem Nachmittag bei Marvina gesessen und Einnahme / Ausgaberechnungen geübt. Übrigens auch ein Thema in der Schule aber keiner hört hin. Vielleicht, weil keine reale Anschauung möglich ist... Also: Das Huhn, welches im letzten Jahr das Hafenviertel von Sánchez durcheinander gebracht hatte, (siehe oben) hat Andrin mit einem Minikredit vom Tom gekauft und wir haben einen richtigen kleinen Vertrag (el contrato) gemacht. darin ist neben der Rückzahlung im kommenden Jahr, selbstverständlich auch die Zinsen genannt... Und das sind 3 Eier von einem der Hühner. 3 Eier zum Essen, nicht zum Ausbrüten. Und jetzt weiss Andrin nicht, wie er mir seine Schuld zurückzahlen soll. Ich glaube, dass ich bestimmt kein Problem damit habe, aber ich freue mich sehr, dass ein kleiner Junge in Sánchez gelernt hat, dass ein Kredit sehr helfen kann, aber immer die Verantwortung und das Risiko für die Rückzahlung in sich trägt!!!

Andrin und seine erste Legehenne, die, wo das Hafenviertel in Sánchez in Aufregung versetzt hat... (siehe weiter oben)

März 2010: Eine üble Abmahnung eines grossen eBay-Händlers hat meinen Sportklamottenhandel lahm gelegt. Rechtsanwälte, die auf diese Weise ihre Kasse auffüllen wollen, stellen immermehr ein grosses Problem im Internethandel dar. Ich habe es zwar gerade nochmal geschafft, diese Raubritter abzuwehren. Aber meine geplante 7. Reise zu meinen Waisenkindern ist geplatzt. Gott sei' Dank gibt es Western Union und ich konnte, nicht ohne Eurer Mithilfe, die notwendigsten Ausgaben für die Schule und eine tägliche Mahlzeit für die Kids ausgleichen. Bin fast jede Woche per Telefon drüben und ganz gut über alle Problemchen informiert. So hoffte ich, dass es diesmal ohne direkten Besuch der Kids auchmal gehen müsste.

Aber seit drei Tagen liegt mein Waisenkind Michél im Hospital in Santo Domingo mit einer schweren Lungenentzündung! Opa Severino hat den Jungen selber mit dem letzten Tropfen Benzin im Tank, mit seinem alten guagua hingefahren, nachdem die Kliniken in Sánchez und in Nagua erstmal nur Geld wollten! Aber in der Hauptstadt ist es auch nicht anders. Ich versuche jeden Tag einen Arzt dort zu erreichen- ganz schwierig. Denn eine Krankenversicherung gibt es nicht und ich musste oft schon erleben, dass notwendige medizinische Behandlungen verweigert wurden solange niemand da ist, der mit cash winkt... Die Dominikanische Republik ist ein erzkatholisches Land und jeder Zweite läuft mit dickem Goldkreuz um' Hals herum... aber Christen sind das nicht.

Jammern nutzt nix. Wenn ich keine Entwarnung bekomme, nehm' ich kommende Woche einen Flieger nach Santo Domingo. Euer Tom.

25. März 2010: Habe einen Arzt erreicht, der Michél behandelt. Es geht ihm besser. Gott sei' Dank! Er wollte gleich auf und nach Sánchez zurück weil er dachte, ich sei dort... Habe vereinbart, dass sie den Jungen noch bissel aufpäppeln. Und am Gründonnerstag holt Opa Severino ihn wieder zurück nach Sánchez. Backschisch (in spanisch recompensa) 100 € an den Arzt und 50 € für'n Sprit, dafür fällt ganz einfach die Krankenhausrechnung weg... Ich bin erleichtert, aber trotzdem etwas traurig. Hätte Michél gerne selber abgeholt aus dem grossen Krankenhaus am anderen Ende der Welt...

2. April 2010 (Karfreitag): Michél ist wieder zu Hause. Das erste mal seit Jahren bei seiner Familie in Anyuna Arriba. (siehe Bild oben) "Opa" Severino hat ihn gestern aus dem Krankenhaus abgeholt. Der Doc hat Wort gehalten. Ich wünsch' Euch Allen ein schönes Osterfest!

6. April 2010: Ich habe gestern, am Ostermontag, meinen alten Freund Severino, den "Opa" per Handy erreichen können und er hat mir viel erzählt von der Rückkehr des kleinen Michél in Anyuna Arriba. Es sieht so aus, dass der Junge wieder aufgenommen wird und er vielleicht auch für immer bleiben darf! Ich habe mich stets dafür eingesetzt, dass die verlassenen Kinder aus dem alten Hafen in Sánchez von ihren Familien wieder aufgenommen werden. Vielleicht ist das jetzt ein kleiner Erfolg! Nein! Das wäre ein grosser Erfolg!  Natürlich hätte ich Michél gerne selber angerufen und seine Meinung gehört. Aber in Anyuna-Arriba gibt es keine telefonische Verbindung... Opa Severino wird meinen kleinen Freund besuchen und mir berichten...

19. Mai 2010: Michél ist nicht mehr in Anyuna Arriba. Es gab Probleme mit der Schule. Der Junge hätte jeden Tag ca. 20 Km durch den Dschungel vom Río Yuna über schlammige Wege nach Nagua zur Schule gemüsst. Hin und zurück. Wenns regnet fährt kein Guagua... Und es regnet oft in der Region. Seine Familie hat einen Grossonkel, der in der Hauptstadt Santo Domingo lebt, vegattert, sich um den Jungen zu kümmern. Michél wohnt jetzt in einem grossen Haus in der Nähe der weltbekannten Kolonialzone und hat mir jetzt gerade am Telefon ganz begeistert von seiner neuen Schule berichtet. Der Grossonkel hat mich eingeladen, zu kommen um Michél zu besuchen. Glaube, ich muss nicht sagen, dass ich dass gerne angenommen habe...

29. Juni 2010: Michél ist zurück in Sánches, auf der Strasse... Hatte ihn gestern am Telefon. Er rückt nicht mit der Sprache raus, was war. Seine Freunde von der Strasse sagen, er hätte Krach gehabt mit seinem Grossonkel... Jetzt schläft Michél wieder in dem Verschlag neben dem alten Hühnerstall vom Andrin. In die Schule kommt er nicht rein. Ohne Uniform und ohne Anmeldung. Habe heute bis jetzt versucht, die Direktorin zu erreichen. Vor zwei Jahren hatte Sie mir ihre Telefon-Nummer gegeben und mich aufgefordert, "wenn Sie die Kinder gerne haben, dann melden Sie sie eben an..."

4. August 2010: Ich habe endlich die Direktorin erreichen können. Michél darf wieder in die Schule in Sánchez. (Los Rieles) Muss trotzdem hin. Es lässt mir keine Ruhe, die Sache mit dem Grossonkel... Michél wohnt inzwischen bei einer entfernten "Tante" am Stadtrand von Sánchez. Sie soll zwar ein eigenes Haus bewohnen aber hungert, laut Michél am Telefon vom letzten Sonntag. Es wird immer diffuser. Ich musste die Frau regelrecht überreden, die paar Pimperlinge, die ich ihr per Western Union schicken wollte, abzuholen. Michél hat mir gesagt, sie glaubt es nicht, dass ihr jemand Geld schickt... Na, an meinem nächsten Besuch in Sánchez werde ich sie schon kennenlernen...

25. Oktober 2010: Es gibt wieder ein Problem. Michél und Miguél (der Kleine) sind verschwunden! Mama Rosa hat mich heute angerufen. Schon seit 14 Tagen sind die Beiden weg. Ohne Spur und ohne Anhaltspunkte.

4. November: Entwarnung! Sie sind wieder da. Wollten auf dem Malecon in Las Terrenas das grosse Geld machen... Mit ihrem Schuhputzkasten und grossem Mut... Gracias Díos! = Gott sei' Dank. Dafür gibt es ein anderes Problem. Andi, mein Grosser hat AIDS. Hatte er schon vorher. Aber es ist ausgebrochen. Am 7. Januar 2011 wird er 18 Jahre. Ich werde rüber fahren um eine Fiesta zu organisieren.

27. Dezember: Am 6. Januar startet der nächste Flieger nach Puerto Plata zu meiner 7. Reise zu den Waisenkindern in Sánchez.

21. Februar 2011: Bin gestern Früh 6.00 Uhr wieder in Frankfurt gelandet. Musste eine schwere Niederlage einstecken, aber habe auch einen Erfolg verbuchen können. Näheres in Kürze.

21. März 2011: Mir läuft die Zeit davon. Hier zum "Trost" ein erstes Bild aus Sánchez Mitte Januar. Andrin, der "kleine" Fischer, hat sein erstes Mopped bekommen. War ein altes Versprechen vom Tom. Hier an dieser Stelle haben wir es zusammen hergerichtet. Das sind alles die Jungs aus der Plasoleta, eine Fawela en Sánchez: Von links: Miguél, Franklin, Michél, Andrin, Maoricio y Luis.

 

Januar und Februar 2011: Meine 7. Reise auf die Halbinsel Samaná:

Das ist Maoricio, jetzt mein Kleinster... Meine Kids haben ihn im alten Hafen aufgelesen, niemand weiss, woher er ist...

pero Maui pertenece a nosotros = aber Maui gehört zu uns...

 

 Der Markt in Sánchez. Hier landen die ausgemusterten Klamotten der Wohlstandsbürger aus Deutschland von Caritas & Co., natürlich für richtig Geld...

...eine Lüge der Reichen Europäer = la mentira de los Europeos...

 Michél und Miguél probieren die mitgebrachten Schuhe aus DE.

Conjo, mis piernas son bastande = so ein Mist! meine Füsse sind doch schon zu gross...

In Sánchez brennen die Reifen. Die sozialen Bedingungen werden immer schlechter. Reis kostet das Doppelte...

...nesecitamos una revolución nuevo... = ...wir brauchen eine neue Revoluzion...

 

 Michél hat ein kleines Rollerle vom Tom bekommen. War auch ein altes Versprechen.

...yo prefiero una pasolita = ich hätte lieber einen kleinen Roller...

 Das ist aber auch nur eine alte Gurke.

...donde está el equivocado del desmutador de las luces = wo ist bloss der Fehler...

Den Lichtschalter habe ich bewusst abgeklemmt, weil Michél ist erst 14 und soll bei Dämmerung den Schlüssel abgeben... Ich habe Angst um Michél... = tengo miedo...

 

Ab und zu muss ich flüchten aus Sánchez. Das hier ist die wilde Autopista nach las Terrenas am Abend zurückzu nach Sánchez.

...aqui hay muchos ladrones... = ...hier gibt es ständig Überfälle...

 

 Hier, in diesem Haushof in der Plasoleta leben meine Kids und schrauben am neuen Mopped vom Andrin (siehe oben).

...Hubraum geht vor Wohnraum... = ...la fuerza del motor es más importa que la cama mía...

 Andi, Andri und Michél werden älter und entdecken die hübschen Sancheras...

...ay Díos, eso chiquito entre nosotros es dulce... = oh, der Kleine zwischen uns ist soo süss...

Michél und Andrin im beliebtesten Picapollo der Stadt. Ohne Mopped keinen Eintritt...

...el picapollo en el Play, una cena cuesta no más que 50 pesos... = die beste Brathuhnbude von Sánchez, kostet nicht mehr als 1 Euro pro XXL-Portion...

 

 Hier stand eines der alten Almacenes für Zuckerrohr welche bis ca. 2009 Elendsherbergen für Obdachlose waren. Die Stadt Sánchez hat alles wegreissen lassen und die Bewohner rausgeschmissen. Einer davon war mein Waisenkind Carlos 2005.

...el desarollo = die Entwicklung...

 La Marvina, die Garküche im alten Hafen von Sánchez. Wenn's nix mehr gibt, hier gibt's immernoch was zu Beissen. Dank Tom und seinen Helfern.

...los muchachitos tienen hambre siempre... = ...die Jungs haben ständig Hunger...

Mit Michél habe ich eine Reise in die erste Stadt der sogenannten neuen Welt gemacht "Santo Domingo". Die Stadt von Christoph Columbus. Abends hatten wir ein grosses Problem, ein Hotel zu finden: Michél hat sehr dunkle Haut.

...no entrada para Haitianos... = ...die Dominikaner sind sehr rassistisch gegenüber den Bewohnern des Nachbarlandes Haiti...

 Im Garten von Señora Anderson schraube ich gerade wieder mal an meinem alten Mopped. Auf einmal kommt Besuch.: Élvido und Braulio aus Juana Vicenta!!! Die Familie ist wieder zusammen. Der Vater Santiago ist blind. Aber die Jungs haben Arbeit und können sich um ihre Eltern kümmern.

...estoy muy contento... = ...ich bin sehr grücklich, mitgeholfen zu haben...

 ...Aber nicht alles ist gut. Mama Rosa muss ihr Haus verkaufen... Sie weiss nicht, wohin. Ich bin traurig.

...se vende = zu verkaufen...

2012:

Andi hat, so scheint es, die Kurve grad' so nochmal bekommen. Severino hat mir am Telefon berichtet, dass der "Grosse" jetzt jeden Tag mit auf dem Campo arbeitet und abends keine "Abenteuertouren" mehr unternimmt... Ich musste ihn während meines letzten Besuches aus dem Knast in Sánchez holen. Vergehen: Drogen. Zu einer Gerichtsverhandlung kommt es dort nie. Die Delincuentos sind bis dahin im Knast verreckt... Ich kann nur hoffen, dass dies der richtige Schuss vor'n Bug war... (Übrigens: das Kind ist aus der Nachbarschaft)

Andrin macht seine Arbeit als Fischer und Campesino. Sein Mopped ist sein ganzer Stolz. Es fehlt zwar immermal das Geld für'n Sprit aber das wird jetzt auch noch nebenbei durch kleine Moppedreparaturen bei seinen Freunden gemacht....

Michél ist seit dem 16. August (2011) in der neuen Schule in Majagual Dentro. Von Montag bis Freitag im angeschlossenen Internat. Seine Freunde aus der Plasoleta beschweren sich: "Der kommt ja kaum noch nach Sánchez..." Michél hat viele neue Freunde und verbringt oft die Wochenenden bei ihren Familien. Sowas weiss ein Strassenjunge, welcher nur rumgeschubst wurde, eben zu schätzen...

Mauricio kommt im August in die Schule. Habe ihn soeben in la esuela basica Los Rieles angemeldet. Und weil niemand weiss, woher Mauricio stammt, haben wir ihm jetzt den Namen Perdido de Sánchez gegeben. Der Bürgermeister von Sánchez hat mich als "Padrino Popular" eingesetzt. Zu meiner nächsten Reise muss ich die Urkunde im Rathaus abholen.

2013:

Die 8. Reise nach Sánchez ist geplatzt! 3 Tage vor Abflug wurde der Flieger nach Punta Cana gekanzelt. Angeblich wegen Überfüllung. Hintenrum im Internet habe ich erfahren, dass Condor etliche Flüge wegen Unterbesetzung gestrichen hat. Es spricht sich langsam rum, dass auf Hispaniola die Drogenkriminalität explodiert. Condor hat mir als Ersatz einen Flug nach Holguin in Cuba angeboten. Ich habe sofort zugesagt. Meine Freunde in La Guinea / Provinz Las Tunas warten schon seit 12 Jahren auf einen neuen Besuch von mir. Sie waren es ursprünglich, die mich 2001 in die Karibik "eingeführt" hatten...

In Puerto Padre, ca 40 Km weg von La Guinea gibt es direkt am Strand einen Brunnen, welcher halb im Meereswasser steht und wo vor vielen Jahren die Ziegen draus gesoffen hatten. Es ist eine Süsswasserquelle... Die Bauern der Umgebung haben das aber nicht gewusst und haben ihre Viecher geschlachtet weil sie glaubten, sie seien vom Teufel besessen... Heute sagen die Einheimischen: Wer einmal aus dem Ziegenbrunnen trinkt, kommt eines Tages zurück und bleibt für immer. Ich hatte vor 12 Jahren daraus getrunken...

Der Ziegenbrunnen in Puerto Padre

... el pozo de chivos

 Die Hauptstrasse von Las Tunas nach Manati kurz vor La Guinea

...sin los cucheros no corre nada = ...ohne den PferdeDroschken geht nix in Cuba...

 

 Meine Freunde in La Guinea

...la abuela tiene cumpleañnos = Oma Rivas hat 80. Geburtstag...

Aber trotzdem warten meine Kiuds in Sànchez immernoch auf mich.

Michél will an den Wochenenden nicht auf der Strasse herumlungern. Er will Andrin helfen, die Fische, die dieser in der Nacht fängt, zu verkaufen. Die Fischereigenossenschaft von Sánchez hat für Michél ein 90er Honda Mopped angeschafft. Mit 50% Einlage vom Tom. Jetzt sind die beiden Freunde mit vollem Einsatz dabei, die Dörfer in den Bergen und die TouristenHotels in Las Terrenas abzuklappern... Und ab Sonntag Abend geht Michél wieder in sein Internat nach Majagual Dentro.

Maui, mein Kleinster wohnt ja nun schon seit über 2 Jahren unter dem Dach von meinem Capitan in der Plazoleta. Ich hatte ihn 2011 gefragt, ob er denn nicht den Jungen adoptieren wolle (siehe oben). Er wollte nicht. Hatte ja deswegen den Status des Padrino beantragt. Jetzt ist ihm und seiner Frau der Kleine so ans Herz gewachsen, dass er ihn nicht mehr "hergeben" wolle... Meine Urkunde liegt immernoch in Sánchez im Rathaus. Muss was tun... denn eigentlich bräuchte ich so eine Urkunde für meinen Michél...

Nur mit Andi gibt es Probleme. Michél hat mir am Telefon berichtet, Andi sei' von der Polizei zusammengeschlagen worden weil er wieder mit Drogen gehandelt hätte. Hatte gehofft, dass Andi nach den 5 Tagen Knast (2011) bei der Marina in Sánchez den richtigen Schuss vorm Bug hatte. Jetzt weiss ich wirklich nicht mehr weiter...

15. Mai: Andi ist seit Wochen verschwunden. Michél sagt, er wäre nochmal in Miches, auf der anderen Seite der Bucht von Samaná gesehen worden. Miches ist ein bekannter Drogenumschlagsort...

16. August: Michél macht seine Schule und beginnt schon das 3. Jahr in Majaguál. Seine Schulklamotten und Schulutensilien kauft er selber. Hat er doch Dank seinem Fischhandel einen ganz passablen Nebenverdienst. Aber, er brauch einen PC um in der Schule weiterzukommen...

Dezember: Habe im PC-Laden vom Thomas Massoth in Las Terrenas via eMail für Michél einen Klapp-PC gekauft. Am letzten Montag (den 9. Dezember) hat der Junge ihn abgeholt und mir sofort seine allererste eMail gesandt... und immerwieder die Frage: cuando vienes! cuando vienes! = wann kommst Du...

18. Dezember: Habe soeben einen Flug nach Sánchez gebucht. Am 10. Januar geht es los von München nach Puerto Plata. Michél ist schon ganz wepsig...

 

Januar und Februar 2014: Meine 8. Reise auf die Halbinsel Samaná:

 

Meine Familie in Sánchez, links: mein "kleiner" Michél...

... todos los muchachos crecen = die kids werden erwachsen...

 Der kleine Maoricio wohnt jetzt bei Michél

...los padres fueron enfermo = seine Zieheltern sind nicht gesund...

 

 Ich habe viele neue Freunde gefunden...

los muchachos estan curioso = ...etliche Jungs wollen mich kennenlernen, nachdem sie von mir gehört haben...

Der Kleine vom mittleren Bild, das ist Maoricio,, den Michél vor 4 Jahren vom Strassenrand mitgebracht hat. Die Geschichte steht weiter oben. Michél hat ihn jetzt aufgenommen und kümmert sich so gut er kann... Kurz vor Weihnachten 2015 ist Michél in seiner Schule in Majagual Dentro umgekippt, Kreislaufkollaps. Der Vater eines Mitschülers hat ihn nach Nagua ins Hospital gefahren. Seit dem ruf ich jeden Tag an, was los ist. Niemand sagt mir was Genaues. Also, nix rumgemacht, am 30. November geht der nächste Flieger...

01. Januar 2016: Ich bin grad wieder zurück. Es war kein Scherz aber jetzt ist Michél übern Berg. Ursache: Fehlernährung, amerikanisches Fast-Food + Protein-Pulver von Monsanto... Aber es wird ja jeden Tag im TV angeprisen... Die eine Hälfte Dominikaner wird klatschfett von dem Zeugs und die andere Hälfte verhungert. Mein Michél gehört zur zweiten Hälfte... In Indien hab ich gelernt, vegetarisch und gut zu kochen. Habe ihnen gezeigt wie das geht und auch alle Utensilien besorgt. Aber ob das was wird....

Hier ein erstes Bild von kurz vor Weihnachten 2015 aus der Plazoleta in Sánchez... Der Kleine neben mir hat auch einen Papa, den er noch nie gesehen hat.... Scheiss-Tourismus-Industrie !!!

 

2015-2017: Ich habe einen alten Traum wahr gemacht: Indien. Jetzt schon das 3. Mal bin ich im Bundesstaat Mathya Pradesh / in der Mitte von Indien. In einer kleinen Stadt ausssehalb von Bhopal, der Stadt mit der Chemiekatastrophe von 1986... Nähere Informationen kommen noch. Hier nur ganz kurz paar Bilder:

Ich habe ein altes Haus gemietet. Meine neuen Freunde aus der Nachbarschaft sind sehr neugierig...

... willst Du unser Freund sein ? = Kya aap hamara doost hai?

क्या आप हमारे दोस्त बनना चाहते हैं?

 Suraja sucht ein ZuHause für seine kleinen Neffen. Die Eltern sind sehr arm...

...wir suchen ein Zuhause ... = ham ekh ghar pa chahie.

हम एक घर की तलाश कर रहे हैं

 Kalloo hat ständig offene Wunden. Es gibt ein grosses Hygiene-Problem.

...kann ich bei Dir duschen?... = kya aapna snaan me narau sakhta hoon?...

क्या मैं स्नान कर सकता हूँ

Meine Gast-Familie. 

... so viele Kinder... = bacche itni der sé...

इतने सारे बच्चे

 Holi, das verrückte Fest mit den bunten Farben zu Ostern rum...

...Musik aus einem alten Eimer als Lautsprecher. "Wir machen eine Party" = ham ekh parti kar rahe hain... हम एक पार्टी कर रहे हैं

 Einer von Euch hat für Bhoomika ein Fahrrad gespendet.

Vielen Dank! = bhot dhanyawad!

  बहुत धन्यवाद

 

...Die Welt ist schön. Aber nur wer mit den Ärmsten der Armen zusammengelebt hat und sich ihre Wünsche und Nöte selber annimmt, weiss, wie bitter das Überleben im Paradies sein kann.

Die Oberfränkische Presse war auch schon bei mir:       FT2005         FT2006

Wer ein bissel Geld übrig hat, kann mir auch eine kleine Spende senden: www.payPal.de (Tompixx@t-online.de)

Muchas Gracias = Dankeschön !

Euer Tom

eMail

Tel.: 09264-5979060

letzte Überarbeitung: 14. Dezember 2017